Kapitel 1: Der Schlauch und die Äpfel
Das Erste, was ich sah, als ich an jenem Sonntag in meine eigene Einfahrt fuhr, war meine Tochter, die einen Gartenschlauch festhielt, als wäre er das Einzige, was sie noch aufrecht hielt. Ich hatte den Vormittag bei Hartley’s Hardware an der Route 9 verbracht, hauptsächlich um aus dem Haus zu kommen und teils, um den Ersatzriemen für den Rasenmäher zu holen, den ich seit drei Wochenwochenenden versprochen hatte zu reparieren. Auf der Ladefläche meines Pick-ups stand noch der Karton, als ich ausstieg und das Wasser laufen hörte.
Ella stand am Rand des Rasens in ihrem blassgelben ärmellosen Kleid, dem, das sie an dem Morgen in der Kirche getragen hatte, und die Vorderseite davon war voller Schlamm. Ein Holzkorb stand zu ihren Füßen mit vielleicht einem Dutzend Äpfeln darin, und ein weiterer Korb lag in der Nähe des Zauns auf der Seite. Der Schlauch lief immer noch über ihre Schuhe. Sie weinte, aber nicht laut. Sondern auf diese leise Art, die mir Angst macht.
Ich ging über den Gras auf sie zu, und sie schaute erst auf, als ich nah genug war, um ihre Schulter zu berühren. „Hey, Kleine. Hey. Was ist passiert?“ Sie schüttelte den Kopf und ließ das Wasser weiterlaufen. Ich ging in die Knie und legte meine Arme um sie, und sie schmiegte sich an mich, genau wie damals, als sie vier Jahre alt war und in einem Hotelzimmer in Ohio Angst vor der Dunkelheit hatte. Ihre kleinen Schultern zitterten. „Ich habe den Korb fallen lassen“, sagte sie gegen mein Hemd. „Es tut mir leid. Es tut mir leid, Papa.“ Hinter mir, drüben auf dem Rasen, hörte ich einen Stuhl kratzen. Diane erhob sich von der Stelle, an der sie in der Nähe des zweiten Korbs gekauert hatte, und wischte mit langsamen,
vorsichtigen Bewegungen Schmutz von der Vorderseite ihres Paisley-Maxikleids. Sie hatte ein Glas in der Hand. Das hatte ich vorher nicht gesehen. Jetzt sah ich es. „Es ist nichts“, sagte sie, und ihre Stimme war ruhig, auf diese Art, wie sie wird, wenn sie die Geschichte bereits im Kopf abgeschlossen hat. „Sie hat einen Korb fallen lassen. Das ist alles. Sie ist müde. Es war ein langer Tag für sie.“ Ella zuckte zusammen. Ich spürte, wie es gegen meine Brust geschah, klein und heftig, wie ein Vogel, der sich unter einem Mantel bewegt. Ich sagte in diesem Moment nichts zu Diane, weil ich mir nicht sicher war, ob ich richtig gesehen hatte, was ich gerade sah, und weil Ella sich noch immer mit beiden Händen an meinem Hemd festhielt. Ich sagte ihr,
es seien nur Äpfel. Ich sagte ihr, wir könnten sie zusammen aufheben.
Sie ließ mich ihre Hände am Wasserhahn waschen, und ich trug den heilen Korb in die Küche und stellte ihn auf die Arbeitsplatte, und dann ging ich in die Garage, um den Mäherriemen auf die Werkbank zu legen. Das Garagenlicht ist alt und flackert kurz, bevor es angeht. Als es anging, sah ich den zweiten Holzkorb im Regal stehen, dort, wo die Weihnachtskartons hingekommen. Den, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich hatte schon viele Apfelkörbe in meinem Leben gesehen. Mein Großvater hatte sie vierzig Jahre lang an einem Straßenstand in Vermont verkauft. Ich erkenne einen Korb aus dem Laden von einem handgemachten. Dieser hier war handgemacht, er war alt, und am Rand war ein kleines Stoffetikett aufgenäht. Auf dem Etikett stand in sorgfältiger Schreibschrift, die ich nicht kannte, ein Name. Ich stand mit dem Rasenmäherriemen in der Hand da und las den Namen dreimal. Es war kein Name aus unserer Familie. Es war nicht Dianes Handschrift, die ich auf tausend Einkaufszetteln und Schulformularen gelesen hatte. Es war der Name einer Frau, und ich hatte ihn in meinem Leben noch nie gehört. Oben, durch die Küchendecke hindurch, konnte ich hören, wie Diane das Wasser im Waschbecken laufen ließ, und Ellas kleine Schritte, die den Flur entlang zu ihrem Zimmer gingen. Ich drehte den Korb im Licht um und sah auf die Unterseite, und dort war ein Datum ins Holz eingebrannt, und das Datum lag fast zehn Jahre zurück. Das Jahr, in dem Ella geboren wurde.
Ich stellte den Korb genau dorthin zurück, wo ich ihn gefunden hatte, weil ich nicht wollte, dass Diane wusste, dass ich ihn gesehen hatte, und ich noch nicht wusste, warum sich das für mich so anfühlte. In dieser Nacht lag ich wach und hörte zu, wie sich das Haus setzte, und ich musste ständig daran denken, wie meine Tochter zusammengezuckt war, als ihre Mutter sprach, und an einen Namen, der in einen Korb in meiner Garage eingenäht war, den zu kennen ich kein Recht hatte, und ich wusste, so wie man weiß, dass ein Sturm aufzieht, wenn die Luft schwer wird, dass der Sonntag nicht das Ende von irgendetwas war. Es war der Anfang.